In vielen Publikationen und Vorträgen werden die tollen Visionen, die durch digitale Transformation Realität werden können, hervorgehoben. In der Tat gibt es viele Chancen und wir müssen sie nutzen, wenn wir unseren Lebensstandard auch nur halten wollen!

Gleichzeitig sollten wir aber auch beachten, was die digitale Transformation für die Mitarbeitenden bedeutet. Nachfolgend einige Auszüge aus aktuellen Beiträgen:

  • Thomas Würzburger: Wir Menschen sind ein Produkt unserer uns angeborenen Potentiale und Persönlichkeitsmerkmale und unserer Sozialisation. Das war schon immer so, und so ist es auch heute noch im Zeitalter der Digitalisierung. Im Unterschied zu vergangenen Zeiten lässt die volatile, unsichere, komplexe und ambivalente Welt um uns, die sogenannte VUKA-Welt, allerdings permanent zwei unserer grundlegenden Bedürfnisse unbefriedigt: Sicherheit und Orientierung. Beides kann daher nur mehr von innen heraus, aus einer stabilen Persönlichkeit genährt werden. Sind die dafür notwendigen persönlichen Kompetenzen nicht vorhanden, läuft der unreife Mensch Gefahr, sehr schnell an der Dynamik unserer Zeit zu zerbrechen [mehr].
  • Kai Hebenstreit: Wirtschaftliche Aktionen basieren immer auf menschlichem Verhalten. Verhalten formt sich aus Einstellungen und Erfahrungen. Diese verändern sich nur schrittweise und nie in Gänze. (…) Die Mikro-Wertschöpfungen von Apps erzeugen neue Verhaltensweisen und Einstellungen. Diese wirken auf die Beurteilung aller Produkte und Dienstleistungen.
    Diese Entwicklung hat Verhalten, Einstellungen und Erfahrungen radikal verändert. Und sie werden sich in Zukunft weiter verändern. Die digitale Transformation der Gesellschaft im Ganzen ist deshalb eine Transformation des menschlichen Verhaltens im Speziellen. Ausgehend von der Quelle “Mensch” wirkt die Transformation in das Innere und Äußere von Unternehmen. Deshalb müssen digitale Strategien, Taktiken und Maßnahmen auf fundierter Basis aufsetzen. Diese Basis liefert die Psychologie – speziell: die Verhaltenspsychologie. Es bilden sich Prinzipien, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden [mehr].
  • Wolfgang Jacob: Fehlende Planung, Überforderung, Angst vor Veränderung – bislang läuft die digitale Transformation in vielen Unternehmen unrund. Es ist kompliziert, eine tradierte Unternehmenskultur zu ändern und den digitalen Wandel quer über alle Hierarchien in Gang zu bringen. Dies erfordert vor allem viel Planung, Flexibilität und Eigenverantwortung der Mitarbeiter. (…) Technologie und Algorithmen allein sind für die erfolgreiche digitale Transformation eines Unternehmens nicht alles. Noch werden Firmen von echten Managern geführt – und der Faktor Mensch ist für das Gelingen des innerbetrieblichen Wandels mindestens so entscheidend wir die richtige Technologie. (…) Der wichtigste Erfolgsfaktor für eine kulturelle Transformation ist der permanente Dialog mit allen Mitarbeitern, um die Menschen von der Notwendigkeit des Wandels zu überzeugen. Daher haben wir (…) ein „humanzentriertes Transformationsmodell“ geschaffen. Es besteht aus den Elementen DNA, Körper, Geist und Seele [mehr].
  • Klaus Schwab: Wenn Unternehmen über die digitale Transformation nachdenken, dann beschäftigen sie sich in der Regel zunächst einmal mit Businessmodellen, Technologien, Plattformen und Prozessen. Das ist nicht verkehrt und doch zu wenig. Denn digitale Transformation kann Unternehmen nur gelingen, wenn sie den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Er oder sie ist die größte Hürde und gleichzeitig die größte Chance in diesem Prozess [mehr].
  • Dana Nitzsche, Arik Ott: Durch die digitale Transformation gewinnt Wissensarbeit eine noch größere Relevanz als früher. Und weil es Menschen sind, die diese Wissensarbeit erbringen, nimmt zugleich die Bedeutung des menschlichen Faktors im Unternehmen zu. Die Rolle, die menschliche Kreativität und Innovationskraft für den Unternehmenserfolg spielen, wächst. Eine Organisation wird einen digitalen Wandel nur vollziehen können, wenn sie die Mitarbeiter mitnimmt. Darum verlangt die digitale Transformation es auch von den Organisationen selbst, sich zu transformieren [mehr].
  • Dem „Technik-Radar 2018“ des Zentrums für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (Zirius) im Auftrag von Acatech und der Körber-Stiftung zufolge sehen Menschen neue Technologien und die Digitalisierung eher skeptisch und, obwohl an Technik grundsätzlich interessiert, schafft sie in ihren Augen eher Probleme als dass sie zur Lösung beiträgt. Angst um den Arbeitsplatz, Angst vor Datenklau, Angst vor dem technischen Fortschritt und vor allem Angst vor der Veränderung. Denn um in der digitalen Transformation bestehen zu können, muss der vielzitierte „Mindset“ geändert werden. Und das bedeutet raus aus der Komfortzone, etwas wagen, sich auf Neues einlassen und evtl. scheitern [mehr].