Zusammenfassung: Passen Sie Ihre Strategie an, um nicht zu scheitern! Aus einer fundierten Strategie und einem konsequenten Wertschöpfungsansatz leiten sich dann Massnahmen, wie z.B. die Einbindung von Social Media, ab, nicht anders und schon gar nicht umgekehrt!

 

Schlagwörter: Talent Sourcing Canvas, Talent Strategy, Strategieentwicklung, Talent Sourcing, Talent Acquisition, Candidate Engagement, KPI, Employer Branding, Social Media, TRM, HR Marketing

 

Häufig werde ich gefragt:

  • Strategie für die Gewinnung von Berufseinsteigern? Ist das notwendig?
  • Geschäftsmodellierung für eine Geschäftseinheit oder ein ganzes Unternehmen macht sicherlich Sinn. Ist eine solche Modellierung für Berufseinsteiger nicht überdimensioniert?
  • Welche strategischen Analysen bieten sich in diesem Kontext grundsätzlich an?

Ich meine: Auch und gerade vor dem Hintergrund demografischer Trends und mitunter schrumpfender Budgets ist Strategie so wichtig, wie nie zuvor. Eine hohe Bedeutung haben m.E. sog. strategische Analysen. Grundsätzlich unterscheidet man hierbei in interne strategische Analysen, wie z.B. Unternehmenskulturanalyse oder SWOT-Analyse, und in externe strategische Analysen, wie z.B. Zielgruppenanalyse oder Wettbewerbsanalyse. Beides mündet in sog. strategische Optionen.

Gerade zum Brainstorming und zum möglichst ganzheitlichen Dialog über solche Optionen haben wir in der STRIM Unternehmensgruppe die sog. Talent Sourcing Canvas entwickelt. Diese Canvas, zu deutsch: Leinwand, basiert auf der Business Model Canvas, einem einfachen Analysetool von Geschäftsmodellen. Hiermit sind Visualisierungen jedes erdenklichen Geschäftsmodells anhand von neun Bausteinen möglich.

Aus Talent Management Perspektive geht es mir bei der entwickelten Talent Sourcing Canvas (kurz: TSC) v.a. darum, verschiedene Varianten für die Berufsbildung, für Dual Studierende oder für Hochschulabsolventen durchspielen zu können; denn:

  • den Bewerber oder die Bewerberin gibt es so nicht,
  • die Generation Y hat viele „Schattierungen“ – ein pauschales Schwarz-Weiß-Bild wird wahrscheinlich keinem jungen Menschen wirklich gerecht, und
  • Betriebe können es sich immer seltener erlauben, schablonenartig auf BewerberInnen zuzugehen; sie sind stattdessen gut beraten, zielgruppenspezifisch bis hin zu individuell auf BewerberInnen einzugehen und diese „abzuholen“.

Das Canvas bietet für den Dialog solcher strategischer Optionen eine ganzheitliche Sichtweise, um auch künftig noch ausreichend geeignete BewerberInnen mit Hilfe eines in sich schlüssigen und zielgruppenspezifischen Vorgehens akquirieren und binden zu können.

Welche Vorleistungen sind für das TSC empfehlenswert?

Grundsätzlich kann man ohne Vorleistungen in ein Brainstorming auf TSC-Basis einsteigen. Im Sinne einer höheren Ergebnisqualität empfehle ich folgendes:

  • Führen Sie eine Zielgruppenanalyse durch, z.B. in Verbindung mit einer Schüler- und/oder Studierendenbefragung. Hierbei können Sie auch junge Mitarbeitende, die erst 1-2 Jahre im Unternehmen beschäftigt sind, mit einbinden.
  • Verschaffen Sie sich Transparenz über das eigene Unternehmen, z.B. in Verbindung mit Mitarbeiterbefragungen, Unternehmensbefragungen zu wichtigen Einflussfaktoren und Outputgrößen (Kennzahlen und Indikatoren), Finanzberichten, Nachhaltigkeitsberichten, etc.
  • Ziehen Sie abhängig von Ihrer „Zielfunktion“ weitere Studien (z.B. CEO Challenges, Human Capital Analytics Reports) hinzu und stellen Sie dadurch ein evidenz-basiertes Handeln sicher.
  • Suchen Sie den Erfahrungsaustausch mit anderen Marktteilnehmern; jedoch immer auf Basis der drei vorab genannten Punkte. Tun Sie das nicht, wird Ihnen die Umsetzung nicht gelingen! Im schlimmsten Fall adaptieren Sie Ansätze anderer Unternehmen, die für Ihr Unternehmen unpassend sind.

Welcher Nutzen geht mit der Anwendung eines TSC einher?

Die Nutzenpotenziale sind sehr vielfältig. Hier die m.E. wichtigsten:

  • Das TSC veranschaulicht die Notwendigkeit zur zielgruppenspezifischeren, agileren, effizienteren Vorgehensweise,
  • das TSC unterstützt den Ausbau der strategischen Kompetenz und damit das Ablegen des „Support-Only“-Charakters von HR/Recruiting/Marketing/Berufsbildung,
  • Erkenntnisse aus dem TSC können in einen strategischen HR Controlling Ansatz eingebunden werden,
  • damit geht die Formulierung realistischer Ziele statt politischer Quoten einher (macht es beispielsweise noch Sinn, in München IT-Berufe auszubilden?),
  • das TSC unterstreicht die zentrale Bedeutung der EVP! Dies steht im Einklang mit dem letzten CEO Challenge Report 2014 von The Conference Board.
  • das TSC trägt zu einer nüchternen Einschätzung der Social Media bei, indem aufgezeigt wird, in welchem Kontext welche Social Media überhaupt Sinn machen. Das Monitoring,, also die konkrete Überprüfung, kann danach beispielsweise mit den CyTRAP BlogRanks von Prof. Dr. Urs E. Gattiker erfolgen,
  • das TSC unterstützt bei der Generierung neuer Ideen; dies führt i.d.R. zu einer höheren Individualisierung und zu einem Verlassen der Trampelpfade.

Wo erfahren Sie mehr hierzu?

Im Rahmen der CHRO Dialog Series 2014 – HR Leadership DACH – werde ich über dieses Thema am 31. März 2014 in Berlin referieren.

Am 15. Mai 2014 übernehme ich im Rahmen einer Veranstaltung von SAP und Detect Value in Heidelberg, Print Media Lounge, die Keynote – ebenfalls zu diesem Thema.

Zusätzlich werden wir in unseren diesjährigen Fachtagung zum Thema „Talent Relationship Management“ – wahlweise am 22. Mai in Zürich, am 5. Juni in Salzburg und am 26.-27. Juni in Edesheim – auf diese Themen eingehen; d.h.

  • über die aktuellen Ergebnisse der Zielgruppenanalysen berichten, die wir in diesem Jahr unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule für Technik in Stuttgart erstellen,
  • daraus abgeleitet in Gruppenarbeiten die Anwendung des TSC üben, und
  • die neuesten Erkenntnisse im Thema Social Media Monitoring – präsentiert von Prof. Dr. Urs E. Gattiker – berichten.

Die Teilnahmegebühr für diese Fachtagung beträgt 460 € / 580 sfr zzgl. der jeweiligen MwSt. pro Person.

Die Registrierung resp. Anmeldung können Sie auf folgende Weise vornehmen:

Einen Kurzüberblick über den Ablauf unserer Foren gibt Ihnen auch unser Erklärvideo.

Als besonderen Anreiz erhalten alle Unternehmen, die an einer dieser o.g. Fachtagungen teilnehmen, ein kostenloses Exemplar unserer 2014er Studie zum Thema Berufsorientierung, -vorbereitung und Arbeitsgeberattraktivität.

Die nachfolgende Präsentation gibt Ihnen einen Einblick in unser TSC-orientiertes Vorgehen. Diese bildet auch die Grundlage meines Vortrages auf der CHRO Dialog Series 2014.


Fazit

In Gesprächen zum Thema Einsatz und Nutzen von Social Media zur Zielgruppenansprache und -rekrutierung erlebe ich derzeit viel Unsicherheit. Einerseits sind Viele der Meinung, es ginge nicht ohne, andererseits sind die erwarteten Ergebnisse und Erfolge nicht eingetreten. Stattdessen wurde eine Aufwands- und Kostenlawine losgetreten, die nun wie ein „Klotz am Bein“ die notwendige Agilität einschränkt (siehe hierzu: BRAVE NEWORLD. Recruiting Talent in The Digital Age). Was ist nun falsch gelaufen?

  • Waren die Ziele falsch gesetzt?
  • Wurden Erwartungshaltungen zu hoch angesetzt?
  • Wurden Kosten-Nutzen-Überlegungen schöngerechnet?

Alle Punkte sind wohl mitverantwortlich für die gegenwärtige Situation. Vor allem aber: Es fehlt in aller Regel an einer Strategie! Stattdessen werden häufig Massnahmen regionaler Wettbewerber einfach kopiert (ohne Berücksichtigung des Kontextes) und Dinge getan, weil sie schnell und billig umsetzbar sind, ohne zu bedenken, ob sie auch effektiv sind.

Das Talent Sourcing Canvas trägt meines Erachtens zu einem strategie-gerichteten Vorgehen bei. Die neun Bausteine bilden die Grundlage, um die Logik der Wertschöpfung zu beschreiben. Die Themen Employer Branding, Social Media, Active Sourcing, u.a., sind darin eingebettet. Die Durchgängigkeit „von der Idee bis zum Cash“ ist nirgends so gegeben, wie in diesem Werkzeug.

Hier finden Sie noch weitere Informationen resp. Beiträge zum Thema:

Was meinen Sie dazu? Wie stehen Sie zu folgenden Leitfragen:

  • Welche Rolle spielt die Strategie in der Gewinnung von Berufseinsteigern? Haben Sie diese dokumentiert und kommuniziert?
  • Führen Sie bereits eine bedarfsorientierte Planung durch?
  • Welche strategischen Optionen entlang von Berufen stehen derzeit im Vordergrund?
  • Was halten Sie von der Aussage: Wir führen alle Aufgaben in-house durch! Nur so ist man unabhängig.
  • Wie stehen Sie zu der These: Auch die Berufsbildung muss sich an wirtschaftlichen Kriterien messen lassen!
  • Bitte geben Sie – wenn Sie mögen – im Kommentar kurz Auskunft zur Unternehmensgrösse!

Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar – ich freue mich!